BÖRSENBLOG SEPTEMBER 2024

vom CEO Silvano Grimaldi der unabhängigen Vermögensverwaltung GRIMALDI & PARTNERS AG

MONATSRÜCKBLICK

Die internationalen Aktienmärkte haben den Monat SEMPTEMBER mehrheitlich mit Gewinnen beendet.

TREIBENDE FAKTOREN

  • Jumbo-Zinssenkung (50 bps) von der US-Notenbank Fed in seiner September-Sitzung.
  • Hoffnungen der Anleger auf eine lockerere Geldpolitik in den USA und China.
  • Die Anleger hoffen zudem, dass die US-Wirtschaft eine Rezession vermeiden kann.
  • Chinas Zentralbank PBOC kündigte wegen der schwächelnden Wirtschaft in der Volksrepublik umfangreiche Massnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur an (unter anderem die Zinsen auf bestehende Immobilienkredite zu senken).

AKTIE IM FOKUS

STRAUMANN passt Ziele fürs Gesamtjahr an und trennt sich von DrSmile

Straumann ist es am Mittwoch einmal mehr gelungen, positiv zu überraschen. Neben der Trennung von dem nur schleppend laufenden Schienen-Geschäft DrSmile hat der Dentalimplantat-Hersteller überraschend gut im ersten Semester abgeschnitten und die Ziele für das Gesamtjahr angepasst.

So hat Straumann in den ersten sechs Monaten 1,27 Milliarden Franken umgesetzt, ein Plus von 11,3 Prozent. Organisch, also ohne Akquisitionen und Währungseffekte, betrug das Wachstum 16,1 Prozent (VJ 7,5). DrSmile ist hierin bereits nicht mehr enthalten. Inklusive DrSmile wäre das organische Wachstum mit 12,9 Prozent deutlich tiefer ausgefallen.

Der Verkauf des Aligner-Geschäftes hat nicht nur Auswirkungen auf die Zahlen des zurückliegenden ersten Semesters. Auch den Ausblick hat Straumann angepasst. Demnach strebt das Unternehmen für das Gesamtjahr 2024 neu ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich (bislang hoch einstellig) und eine Marge von rund 27 bis 28 Prozent (zuvor rund 26%) zu konstanten Wechselkursen an.

In den ersten sechs Monaten lag die Marge beim Betriebsgewinn (EBIT) bei 26,4 Prozent und der Gewinn selbst bei 336 Millionen (VJ 312 Mio). Die Marge für den Kern-Betriebsgewinn, der gewisse Sonderposten ausklammert, lag bei 27,8 Prozent, der entsprechende EBIT bei 354 Millionen (VJ 332).

Normalisierung erwartet

Dass die Umsatz-Guidance angesichts der Entwicklung im ersten Semester etwas zurückhaltend klingt, begründet der CEO mit den Unsicherheiten im zweiten Semester. So habe der US-Markt zwar im zweiten Quartal besser abgeschnitten als noch im Auftaktquartal. Die Aussichten für die US-Wirtschaft seien aber mit gewissen Risiken behaftet.

Und auch für Asien, der Region mit den stärksten Wachstumsraten aktuell, rechnet der Manager mit einer gewissen Verlangsamung der Wachstumsraten. Dies liege vor allem am chinesischen Markt, für den der CEO eine allmähliche Normalisierung bei den Wachstumszahlen in Aussicht stellt. Daniellot geht davon aus, in China ein jährliches Wachstum zwischen 15 und 20 Prozent erzielen zu können.

An der Börse und bei den Analysten kamen die News zu Straumann sehr gut an, wie das Kursplus von mehr als 13 Prozent bewies. "Nach einer ziemlich düsteren Berichtssaison im Dentalbereich hat Straumann ein überdurchschnittlich gutes Quartal abgeliefert und den Gewinn gesteigert", fasste es etwa der zuständige JPMorgan-Analyst zusammen.

MONATSAUSBLICK

Chancen

  • Die anstehende Berichtssaison zum dritten Quartal 2024 wird eine solide und mehrheitlich besser als erwartete Ertragslage der Unternehmen aufzeigen.
  • Ab Oktober beginnen für die Börsen traditionell gute Börsenmonate mit positiven Renditen.

Risiken

  • Der Nahost-Konflikt droht eine unkontrollierbare Eskalation.
  • Negative Überraschungen bei der Publikation der Gewinnzahlen im Tech-Sektor.

Für den Monat OKTOBER erwarten wir eine Aufwärtstendenz.

AKTIENEMPFEHLUNG: STRAUMANN

 

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